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Gedicht des Monats 02 - 2012

Klaus Kinski (*18.10.1926, +23.11.1991)

Der Weltirrsinn

Wer kann den Glauben heute noch bezahlen
Leise Idee liegt auf der Bank versiegelt
der Leichenträger hat sein Haus verriegelt
gezähmter Ansturm hinter Milchglasschalen

Da ist ein Auto aufgetaucht aus allen
und einer stellt sich vor als Würdenträger
auf einem Dach bückt sich ein Schornsteinfeger
von einem Baum ist Rinde abgefallen

Der zugeschweißten Türen runde Welle
der Wahnsinn liegt bereit wie weiche Huren
die blaue Suppe schwankt in langen Booten
am Fenstergitter hängen kalte Zoten
die Pflegekinder treten auf der Stelle

Sie haben konserviert für schlechte Tage
der Irrenarzt hat sein Gesicht gebügelt
der Koch hat den gesunden Hund verprügelt
im letzten Bett liegt stummgemachte Frage

Sie grüßen mich mit amputierten Haaren
und an den Füßen eine Streichholzschachtel
die in der Ecke sammeln alte Kreise
der Tote unterm Tuch verschluckt sich leise
und keiner kann die Jahreszahl erfahren

Da blättern sich der Wände flache Hüften
bemühter Kitzel will das Ende schreiben
ich schlage hohes Licht in eure Leiden
und wie ich mich an Blumen rausgewunden
so hab ich einen neuen Tod gefunden

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 18. März 2012 17:23

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