Material  


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Hausarbeit zum Thema:

"Unmündigkeit" bei Kant im Vergleich zum "Gehorsam" im Milgram-Experiment

Kants Aufklärungsschrift

Kant beschreibt "Aufklärung" mit dem Satz :"Aufklärung ist der Ausgang eines Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit." Den Begriff der "selbstverschuldeten Unmündigkeit" definiert er so, dass es viele Menschen gibt, die keineswegs wegen Mangel des Verstandes, sondern aus Mangel an Mut und Entschließungskraft den Verstand zu nutzen, nicht für sich selbst sprechen wollen und so den eigenen Verstand nicht nutzen. Es ist nach Kant ja auch viel bequemer und einfacher andere Leute über sich bestimmen und für sich reden zu lassen. So kommt es dann dazu, dass man zum Arzt geht und dieser eine Diät für uns aufstellt, ein Seelsorger unser Gewissen erleichtert oder dass man Bücher liest und alles glaubt, was darin geschrieben wird ohne dabei den eigenen Verstand genutzt zu haben, um eigenständig darüber nachzudenken. Diese Unmündigkeit ist schlecht für einen Menschen, denn er lernt nie den eigenen Verstand zu nutzen und vor allen Dingen erleichtert es anderen Leuten der Vormund dieses Menschen zu werden.

Migrams Experiment

In Milgrams Experiment ging es darum zu beweisen, inwieweit sich Menschen dem Willen einer Autoritätsperson unterordnen. Zu diesem Experiment erschienen ganz normale Durchschnittsmenschen. Es wurden jeweils 2 Versuchspersonen benötigt. Eine sollte die Position des "Lehrers" und die andere die des "Schülers" übernehmen. Beide kamen in verschiedene Räume. Der "Schüler" wurde auf eine Art elektrischen Stuhl gebunden. Die Aufgabe des "Lehrers" war es dem "Schüler "Fragen durch einen Lautsprecher zu stellen und ihm pro falscher Antwort immer stärkere Elektroschocks zu geben. Der "Lehrer" hörte nach den immer stärker werdenden Schocks, die immer lauter werdenden Schreie des "Schülers" im Raum nebenan. Was die Person des "Lehrers" nicht wusste war, dass die Schreie keine echten waren, sondern von einem Tonband abgespielt wurden. Nachdem die Lehrer die Schreie hörten, wollten sie eigentlich das Experiment abbrechen, doch der Satz des Wissenschaftlers, dass man sie für diesen wissenschaftlichen Test brauche und sie sich vorher bereiterklärt hätten teilzunehmen, genügte und sie machten weiter. 73% der Teilnehmer führten diesen Test bis zum Schluss (450 Volt) durch, nur 27% weigerten sich, nachdem sie die Schreie hörten, weiterzumachen.

Vergleich der Ergebnisse

Milgrams Experiment zeigt, dass ein großer Teil der durchschnittlichen Bevölkerung unmündig ist. Die Lehrer-Versuchspersonen waren hin- und hergerissen zwischen Mitleid und Gehorsam: Auf der einen Seite taten ihnen die "Schüler" leid und sie wollten den Test nicht weiterführen, auf der anderen Seite wollten sie der wissenschaftlichen Autorität, die ihnen nahelegte weiterzumachen, gehorchen. Letztendlich haben sich fast alle dem Wissenschaftler untergeordnet. Sie haben ihn sozusagen als ihren Vormund akzeptiert, er hat ihnen befohlen weiterzumachen und ihnen somit die Entscheidung abgenommen.Sie fühlten sich nicht mehr für das, was sie getan hatten, verantwortlich.

Wären die Personen mündig gewesen, hätten sie nach ihrem eigenen Werte-System, dem eigenen Charakter und somit dem eigenen Verstand gehandelt und hätten den Test nicht weiter durchgeführt.

Eigene Schlussfolgerung

Um Menschen mündig zu machen, muss man sie schon als Kleinkind anders erziehen. Die meisten Kinder sind erzogen worden sich größeren, älteren Menschen unterzuordnen. Die Eltern sollten darauf achten, dass dieses Verhaltensmuster so nicht gelernt wird. Die Kinder sollten sich zwar an gewisse Regeln halten, die mit den Eltern abgesprochen sind, aber man sollte Kindern nicht das Gefühl geben, dass sie klein und unwichtig sind. Man sollte sie auch bei wichtigen Entscheidungen um Rat fragen, so dass sie das Gefühl bekommen wichtig zu sein, damit sie lernen schon früh den eigenen Verstand zu nutzten, weil sich jemand auf SIE verlässt!

Sabrina Bierbaum 11.Jg.


Anleitung zum Verfassen einer Textbearbeitung (Kurs 11.2. Anthropologie) 
Textbearbeitung: "Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen", von Friedrich Engels

In dem Text "Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen" von F. Engels geht es um die Bedingungen, die dazu geführt haben, dass im Laufe der Evolution sich aus dem Affen der Mensch entwickelt hat.

Schon in der Überschrift deutet sich an, dass Engels in der Arbeit ein Grundprinzip dieser Bedingungen sieht. Der erste Abschnitt enthält insofern auch die Ausgangsthese noch einmal in präziser Form: Arbeit ist nicht nur - wie es die Volkswirtschaftler sehen - Ursprung des Reichtums, der durch die Um- und Bearbeitung der Natur durch den Menschen geschaffen wird, sondern Grundbedingung des menschlichen Lebens überhaupt in dem Sinne, dass durch die Arbeit der Mensch oder besser gesagt der Affe überhaupt zum Menschen geworden ist.

Im folgenden Abschnitt beschreibt Engels in aus heutiger Sicht falschen Weise und etwas karikierend überspitzt die Situation des Vormenschen: menschenähnliche Affen, behaart, in Rudeln auf Bäumen lebend. Diese Vormenschen nehmen im Laufe des Zeit den aufrechten Gang an. Dies ist für ihn der entscheidende Schritt für den Übergang vom Affen zum Menschen. Damit nämlich fallen den Händen andere Funktionen zu als sie ursprünglich durch den Gang auf allen Vieren gegeben waren, weil die Hände entlastet werden. Die menschenähnlichen Affen können damit greifen, etwas festhalten, sie benutzen die Hände zum Bauen ihrer Nester oder, indem sie Knüppel halten und Steine werfen zur Verteidigung. Aber Engels konstatiert doch einen großen Unterschied zwischen den Funktionen der Hand des Affen und denen des Menschen, während die äußere Gestalt große Ähnlichkeiten aufweist. (zurück zum Comic)

Engels stellt sich nun die Frage, wie es zu dieser Funktionsvielfalt der menschlichen Hand gekommen ist. Die erste Antwort lautet: Sie ist nicht nur das Organ der Arbeit sondern auch ihr Produkt. Das heißt: Durch differenzierte Tätigkeit der Hand verändert sich diese immer mehr zur Vollkommenheit, wobei die veränderten Strukturen der Hand nach Engels weitervererbt werden (Lamarck).

Im folgenden Abschnitt geht E. auf den Aspekt der Geselligkeit des Menschen ein. Der Mensch ist nach E. das geselligste aller Tiere. Wie ist diese Geselligkeit entstanden?

Die Arbeit ist auch hier wieder die Bedingung der Ausbildung dieses Merkmals und zwar einerseits durch die Erweiterung des Gesichtskreises des Menschen durch die Arbeit, andererseits durch die durch die Arbeit notwendig gewordene gegenseitige Unterstützung im gemeinsamen Zusammenwirken. Dieses Zusammenwirken macht auch die Kommunikation notwendig. Dadurch wird das entsprechende Organ, der Kehlkopf ausgebildet, der die Artikulation differenzierter Laute ermöglicht - wodurch die Sprache entsteht. Diese wiederum bedingt die Vergrößerung des Gehirnvolumens. Damit einher geht die Vervollkommnung der Sinnesorgane und zwar im Sinne größerer Differenziertheit der Wahrnehmung.(zurück zum Comic)

Textliche ZUSAMMENFASSUNG:

Die Arbeit hat also den Menschen geschaffen, und zwar in dem Sinne, dass sie die differenzierte Organausbildung der Hand, die Geselligkeit, die Sprache, die Gehirnentwicklung und die Verfeinerung der Sinneswahrnehmung bedingt hat.

Graphische ZUSAMMENFASSUNG:

Aufrichtung des "Affen"    >       Die Hände werden frei und vervollkommnet

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Arbeit

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Geselligkeit

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Sprache

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Gehirnvolumen wächst

|

differenzierte Wahrnehmung  > Menschwerdung des "Affen"

Titel und Autor benennen,
knappe Zus. des Inh. in eigener Formulierung

Was bedeutet der Titel?

Textlogik erfassen und metaspr. benennen: These herausstellen

Textgliederung metaspr. berücksichtigen, präzise Benutzung von Verben (beschreibt), bewerten, log. Verknüpfungen verwenden,

Logik nachvollziehen

Textinhalte eigenständig zusammenfassen

wesentliche Unterscheidungen benennen und sprachlich durch präzise Konjunktionen herausstellen

Logik des Textaufbaus nachvollziehen

begriffliche Zusammenfassungen benutzen

Wesentliche Ergebnisse des Gedankengangs wörtlich zitieren und erläutern

Kern der Aussage zusammenfassen

graphische Verdeutlichung durch präzise Verknappung


Zusammenfassung der ersten vier Kapitel von Russells "PROBLEME DER PHILOSOPHIE"


Allgemeine Hinweise:

Zusammenfassungen von umfangreicheren philosophischen Texten stellen insofern ein Problem dar, als man die Fülle der Gedanken und Aspekte, der Beispiele und Querverweise auf ein das Verständnis des "uninformierten Lesers" gerade noch ermöglichendes Maß reduzieren muss. Das bedeutet: Man muss zunächst möglichst genau die zentrale Fragestellung erfassen, die das gesamte Werk, das Kapitel, der Abschnitt, etc. zu beantworten versucht. Oft stehen (besonders am Anfang) begriffliche Festlegungen im Vordergrund, die auf jeden Fall in die Zusammenfassung übernommen werden müssen. Grundlegend sind auch (besonders, wenn es sich um die Darlegung eines komplexen Gedankengangs handelt) die Verdeutlichung der Argumentationsstruktur (Thesen, Gegenthesen, Argumente, Beispiele, Vergleiche, Verweise auf andere Positionen, weiterführende Fragestellungen, Zusammenfassungen, etc.)

Die Form einer solchen Zusammenfassung einzelner Kapitel eines geschlossenen philosophischen Textes wird im Folgenden durch eine Art Formulierungssklelett verdeutlicht und konkretisiert.


Einleitung: In Russels Buch "................." aus dem Jahre ........ geht es um die Grundlagen seiner...................................

1.Kapitel : Erscheinung und Wirklichkeit

Russel untersucht im 1. Kapitel die Frage:................................................

Er unterscheidet die Begriffe: ............................ und .......................................

Dabei versteht er unter.................................. und unter ..........................................

Das macht er am Beispiel des ............................ deutlich.

Zentrale Begriffe sind in diesem Zusammenhang der der .............................und ....................................

Er versteht darunter...............................................und .......................................

Er stellt die Frage..................................................... und referiert einige erkenntnistheoretische Ansätze, die diese Frage zu beantworten versucht haben. Z.B. die von..................................

Er meint, dass.................................

Zum Abschluss des 1. Kapitels stellt Russel die Frage, ........................................


2.Kapitel: Die.....................

Die gestellte Frage ist eine, die sich auch schon der Philosoph............................gestellt hat..

Die von ihm aufgestellte Methode......................... kann man so kennzeichnen:..........

Ähnlich wie............ versucht Russell einen festen Punkt zu finden. Dieser feste Punkt liegt darin, dass..........

Folgende Gründe führen Russell dazu, von diesem festen Punkt auszugehen:

a)

b)

c)


3. Kapitel: Die...........

In diesem Kapitel geht R. der Frage nach,.................

Folgende Eigenschaften weist R. der............. zu.:...........................und kommt zu dem Ergebnis, dass die.................

Am Ende führt er den Begriff ......... ein und definiert folgendermaßen:


4. Kapitel: Der.............

Diese ...................Position verdeutlicht er am Beispiel von ...............

........................behauptet, dass.......

Russell untersucht die Argumentation von ................ und kommt zu dem Ergebnis, dass..................

Zum Schluss des Kapitels stellt Russel die Frage..............

In dieser Frage werden die Begriffe............. und ............... verwendet.

Unter............... versteht er.......................und ....................definiert er als.....................

Von dieser Unterscheidung ausgehend führt er zwei neue Begriffe ein: ...............................und ................

Und stellt die These auf, dass..........

Russell deutet am Schluss des 4. Kapitels an, worum es ihm in den folgenden Kapiteln geht, nämlich..........


Beispielhaft verdeutlicht wird die Füllung eines solchen angebotenen "Skeletts" durch folgende Zusammenfassung des 1. Kapitels:


Einleitung: In Russels Buch "Probleme der Philosophie"................." aus dem Jahre ..1912...... geht es um die Grundlagen seiner. Erkenntnistheorie...................................

1.Kapitel : Erscheinung und Wirklichkeit

Russel untersucht im 1. Kapitel die Frage, .ob es in dieser Welt eine Erkenntnis gebe, die so unumstößlich gewiss sei, dass kein vernünftiger Mensch an ihr zweifeln könne.................................................

Er unterscheidet die Begriffe: Erscheinung ............................ und ..Wirklichkeit......................................

Dabei versteht er unter. Erscheinung dasjenige, dessen ich mir gewiss sein kann, z. B. die unterschiedlichen Farbaspekte, die jeweilige Form eines Gegenstandes, die mir aus meiner jeweiligen Perspektive erscheint, u.s.f.-.. und unter Wirklichkeit dasjenige, von dem wir glauben, es sei dasjenige, was diese Erscheinung ausgelöst, verursacht habe, aber nicht mit der Erscheinung identisch sei............................................

Das macht er am Beispiel des .Tisches.......... deutlich. Wie der Tisch mir "erscheint", hängt von mir selbst, also meinen Sinnen, von den Lichtverhältnissen und natürlich irgendwie auch von dem "wirklichen" Tisch ab, der mir selbst aber nicht "unmittelbar" bekannt ist.

Zentrale Begriffe sind in diesem Zusammenhang der der Sinnesdaten .............................und der des materiellen Gegenstandes.....................................

Er versteht darunter..(Sinnesdaten) all diejenigen Daten, die dem Subjekt durch die Sinne als unmittelbare Empfindung gegeben sind..................und (materieller Gegenstand) dasjenige, was wir für die Ursache solcher Sinnesdaten halten, uns aber nicht unmittelbar bekannt ist und grundlegend von den unmittelbar bekannten Sinnesdaten unterschieden werden muss.......................................

Er stellt die Frage...nach der Beziehung zwischen dem materiellen Gegenstand und den Sinnesdaten......................................... und referiert einige erkenntnistheoretische Ansätze, die diese Frage zu beantworten versucht haben. Z.B. den von. Berkeley..................................

Er (Berkeley) meint, dass wir gar nicht von der Existenz unabhängig von uns existierender materieller Gegenstände ausgehen können, weil, wie er glaubt, die Welt nur aus Bewusstsein und den Vorstellungen des Bewusstsein besteht. ................................

Zum Abschluss des 1. Kapitels stellt Russel die Frage, ob es diese materielle Welt wirklich gibt und wenn ja, welche Eigenschaften diese haben kann. ........................................

Info zu Sartre (Existenzialismus) GK 11.2 (Anthropologie)

Jean-Paul Sartres (1905-80) Existentialismus ist beeinflußt von der Phänomenologie HUSSERLS, von HEIDEGGER, HEGEL und später vom Marxismus. Wie CAMUS verfaßt er auch Theaterstücke und Romane, wodurch der Existentialismus bes. in Frankreich zeitweise zu einer »Modeströmung· wird. SARTRES erstes Hauptwerk >Das Sein und das Nichts< ist der Versuch einer phanomenolog. Ontologie und hebt damit an mit der Frage nach dem Sein. Er unterscheidet An-sich-Sein, als das vom Bewußtsein unabhängige Sein der Dinge, vom Für-sich Sein, als das durch Bewußtsein bestimmte Sein des Menschen. Das An-sich-Sein bezieht sich weder auf sich selbst noch auf anderes; es ist weiterhin »dicht«, d. h. von keinem Nichtsein unterbrochene Positivität; es ist, was es ist. Erst mit dem Bewußtsein des Menschen wird das Nichts gegeben. Das Für-sich hat die Fähigkeit der Nichtung. »Das Sein, durch das das Nichts in die Welt kommt, ist ein Sein, dem es in seinem Sein um das Nichts des Seins geht: das Sein, durch das das Nichts in die Welt gelangt, muß sein eigenes Nichts sein.« Das ist die Bestimmung der menschl. Existenz. Diese trägt in sich ihre Negation, d. h. sie ist widersprüchlich: Ein Sein, »das ist, was es nicht ist, und das nicht ist, was es ist«. Damit soll ausgedrückt werden, daß der Mensch ein Sein ist, das sich über das Gegenwärtige hinaus auf die Zukunft hin entwirft; er ist wesentlich durch seine Möglichkeiten bestimmt. Durch diesen Entwurfs er immer schon über sich hinaus, er ist, was er noch nicht ist. Der Mensch kann sich auch nicht auf das faktisch Gegebene reduzieren, er ist nicht nur, was er ist, sondern er ist, wozu er sich macht. Die Seinsverfassung des Menschen ist daher Freiheit, denn er kann gar nicht anders, als sich selbst verwirklichen zu müssen, d. h. aus sich zu machen, was er ist; er ist zur Freiheit verurteilt. Freiheit ist die Nichtigung des An-sich durch den Entwurf. Die Freiheit wird durch das faktisch Gegebene (z.B. Widerstand der Dinge, Mitmenschen, Leiblichkeit) nicht aufgehoben, denn erst die Freiheit enthüllt dieses als Grenze; es ist Begrenzung nur innerhalb eines konkre ten Lebensentwurfs. Da es für SARTRE keinen Gott gibt, der dem Menschen sein Wesen vorgibt, bestimmt er sich in seiner Existenz selbst: »Was bedeutet hier, daß die Existenz der Essenz vorausgeht? Es bedeutet, daß der Mensch zuerst existiert, sich begegnet, in der Welt auftaucht und sich danach defi niert.« Der Mensch ist in die volle Verantwortung für sich geworfen. Er hat aber auch die Möglichkeit der Unwahrhaftigkeit sich selbst gegenüber. Das Zusammenspiel von Faktizität und freiem Entwurf wird dabei so umgedeutet, daß man der Verantwortung für sein eigenes Sein ausweichen kann. Einen wichtigen Stellenwert nimmt die Untersuchung der Bezüge zum Anderen ein. Die Struktur des Für-Andere-Seins enthüllt SARTRE an einer Analyse des Blicks (der nicht auf das Auge als Sinnesorgan beschränkt ist). Erblickt-Sein meint, daß das Sein des Einzelnen immer schon durch die Gegenwart von Anderen konstituiert ist. Allein für sich ist der Einzelne hingegeben an sein unmittelbares Tun, er setzt sich nicht in seinem Bewußtsein als der, der er an sich in seinem Tun ist. Im Erblickt-Werden durch den Anderen erstarrt er jedoch zum Objekt; er ist dem Urteil des Anderen ausgeliefert.SARTRE verdeutlicht dies am Beispiel eines »Lauschers«. Hingegeben an seine Neugierde geht er ohne Ich-Bewußtsein in seinen Akten auf. Nun ertappt, (erblickt) ihn ein anderer: In diesem Moment ist er festgelegt, als der, der er ist: ein eifersüchtiger Lauscher. Um sich selbst zu kennen, bedarf es des Anderen. Das darin liegende  Ausgeliefertsein an den Anderen wird überwunden, wenn der Einzelne sich bewußt auf seine Möglichkeiten hin entwirft. Er erfährt sein Selbstsein in der Weise, nicht der Andere zu sein. In seiner Schrift >Kritik der dialekt. Vernunft< erweitert SARTRE seine Betrachtungen auf den Bereich der Gesellschaft, indem er eine Verbindung von Existentialismus und Marxismus anstrebt. Die marxist.Interpretation der Geschichte, unter dem Gesichtspunkt der Widersprüchlichkeit ökonom. Bedingungen und der Entfremdung des Individuums, behandelt die geschichtl. und gesellschaftl. Realität, innerhalb derer der Entwurf der Existenz sich vollzieht. Daher zielt SARTRE auf eine dialekt. Vermittlung von individ. Freiheit und materiellen, ökonom. Bedingtheiten der Gesellschaft. Aufgabe ist es, »eine verstehende Erkenntnis hervorzubringen, die den Menschen in der sozialen Welt wiederfinden und ihn bis in seine Praxis bzw. den Entwurf, der den Menschen auf Grund einer bestimmten Situation mit dem gesellschaftlich Möglichen konfrontiert, verfolgen wird.« Am Marxismus kritisiert SARTRE die Unterwerfung des Individuums unter das Totalziel einer aprior. Geschichtskonstruktion. Daher muß der Existentialismus in den Marxismus integriert werden, um dessen Dogmatik aufzubrechen.


12.2 Folie zum Einstieg in die Reihe (Ethik)  

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»Und so lautet unsere Botschaft an euch Erdlinge: Werdet endlich erwachsen ! Legt eure kleinlichen Kriege bei! Vertraut euren Mitmenschen! Beseitigt die sozialen Ungerechtigkeiten auf diesem Planeten, den Hunger, die Krankheiten! Lernt und reift! Bewerbt euch um die Mitgliedschaft in der >Galaktischen Liga aller Zweifüßer<! Werdet würdig, der größeren planetarischen Gemeinschaft beizutreten, und helft uns, diese verdammten Dreifüßer von der Beteigeuze auszurotten!« (Zeichnung aus »Punch«)


Material 12.1, Ethik

Lehrer müssen Vorbilder sein

Baden-Württembergs Kultusministerin Schavan über Kopftücher in der Schule

DIE ZEIT: Frau Schavan, Sie haben gesagt, wer zu Toleranz erziehen wolle, müsse Toleranz vorleben. Zeugt Ihre Entscheidung, einer islamischen Kopftuchträgerin den Lehrberuf zu verweigern, nicht von Intoleranz? ANNETTE Schavan: Nein. Wir mussten die Rechte und Pflichten der Lehrerin, die Grundrechte der Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern berücksichtigen. Den Ausschlag hat am Ende die Signalwirkung gegeben, die das Tragen eines Kopftuches heute hat. ZEIT: Worauf kommt es bei Ihrer Entscheidung an? Auf den persönlichen Glauben und die Absichten der Kopftuchträgerin? Oder darauf, wie Eltern, Schüler und die Öffentlichkeit möglicherweise ein Kopftuch interpretieren? Schavan: Es geht nicht darum, wie irgendwer aus Ängsten ein Kopftuch interpretiert. Maßgeblich ist allein die Debatte um das Kopftuch und die Praxis des Kopftuchtragens innerhalb der islamischen Religionsgemeinschaft. Erstens gehört das Tragen des Kopftuches nicht zu den religiösen Pflichten einer islamischen Frau, deshalb benutzen weltweit die allermeisten muslimischen Frauen kein Kopftuch. Zweitens ist das Kopftuch - und dies sagen uns selbst viele Islamwissenschaftler — nicht allein ein religiöses Symbol, sondern auch ein Zeichen kultureller und zivilisatorischer Abgrenzung. Diese Tatsachen müssen abgewogen werden gegenüber den Wünschen und Erwartungen der jungen Lehrerin. Ich weiß aus vielen persönlichen Briefen und Berichten der Schulen, dass auch Deutschland immer noch Mädchen und Frauen gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen. Eine kopftuchtragende Lehrerin wäre für die Mädchen ein fatales Signal. ZEIT: Fereshta Ludin will nicht missionieren. Das Kopftuch, sagt sie, sei Teil ihrer Persönlichkeit und kein Kampfmittel. Schavan: Ja, das stimmt. Sie hat erklärt, dass sie weder missionieren noch agitieren wolle. Das unterstelle ich ihr auch nicht. Doch wenn ein Symbol selbst innerhalb der eigenen Religionsgemeinschaft so umstritten und zweideutig ist, dann muss man von ihr ein Stück Diskussion erwarten. Sie weiß um die Signalwirkung res Kopftuchs — auch im Hinblick auf die inner-islamische Diskussion. Bei der Einstellung in den Schuldienst geht es nicht nur um die fachliche Leistung der Bewerberin, sondern auch um ihre Eignung. Eine Lehrerin muss Vorbild sein, sie repräsentiert mit ihrer Person auch die im Grundgesetz verankerte Werteordnung, in der gegenseitige Toleranz eine große Rolle spielt und in der jede Zweideutigkeit — gerade wenn es um die Grundrechte anderer geht — vermieden werden muss.ZEIT: Würden Sie so auch bei einem christlichen Lehrer argumentieren, der ein Kreuz am Hals trägt? Oder einem jüdischen Lehrer, der eine Kipa aufsetzt? Schavan: Weder dem Kreuz noch der Kipa haftet etwas Zweideutiges an. Sie sind hierzulande keine Symbole kultureller Abgrenzung. Niemand kommt auf die Idee, einen Mann oder eine Frau zu zwingen, ein Kreuz oder eine Kipa zu tragen. ZEIT: Erschwert Ihre Entscheidung nicht das Zusammenleben der Religionen und Kulturen? Schavan: Das kann man auch umgekehrt sehen. Das friedliche Miteinander und die friedenstiftende Kraft von Religionen kann nur gelingen, wenn diese nicht ab- und ausgrenzen. Unsere Schulen leisten viel, um Integration zu ermöglichen. Um so bedeutsamer ist es, dass ein Kind nicht gezwungen wird, ein äußeres Symbol der Abgrenzung zu tragen. Und um so bedeutsamer ist es, dass der Staat sich aller Zeichen enthält, die jene bestärken könnten, die solchen Zwang ausüben. 

 

Das Gespräch führte Martin Klingst 

Aufgabe 1: Welche Gebote/ Verbote/ Gesetze/ Regeln/ Normen/ Werte werden in diesem Text angesprochen bzw. unausgesprochen vorausgesetzt? 

Aufgabe 2: Welche Position vertreten Sie? Wie begründen Sie diese? (von welchen moralischen Grundprinzipien gehen Sie dabei aus?

Alternativ: Gruppenpuzzle (Jigsaw-Methode) - 1. Runde: Versetzen Sie sich in die Rolle von Frau Ludin, ihres Anwalts, der klagenden Verwaltungsbehörde des Landes B.-Würtemberg, des Richters (vier Gruppen) und versuchen Sie mit Hilfe des Materials eine Argumentation für die jeweilige Position aufzubauen. 2. Runde: Aus jeder Gruppe nimmt ein Vertreter an der Rollenspiel -"Gerichtsverhandlung"  teil. Anschließend werden die Statements gemäß Aufgabe 1 reflektiert, abschließend wird gemäß Aufgabe 2 die persönliche Stellungnahme begründet.


Stundenkonzept Einführung in die kantische Ethik

1. Ausgangspunkt: E. Kästner: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es - "Ich hab´s ja nur gut gemeint"

2. Erarbeitung des Unterschiedes zwischen teleologischer (Eudämonismus, Utilitarismus) und neuem Ansatz "Gesinnungsethik"

3. Einleitungssatz, Kant, Grundlegung zur M.d.S.: "Es ist überall nichts in der Welt....." Tafelanschrieb ohne das letzte Wort. Spekulationen über die Ersetzung dieser Lücke.

4. Textarbeit mit Tafelbild