Determinismus - Indeterminismus - Fatalismus - Notwendigkeit - Freiheit - Schicksal
Der Determinismus besagt nun: Jeder Willensakt, jede Handlung ist durch Charakter und Motive eindeutig bestimmt. Die vergangenen Entscheidungen eines Menschen konnten nicht anders ausfallen, als sie tatsächlich ausgefallen sind, und alle zukünftigen könnte man voraussagen wie Mond- und Sonnenfinsternisse, wenn man wirklich jeweils Charakter und Motive in ihrer Art und Stärke genau kennen würde. Kurz: Alle Willensakte und Handlungen sind genauso ursächlich bedingt und insofern notwendig wie die Geschehnisse in der äußeren Natur.
Der Indeterminismus bestreitet diese kausale Notwendigkeit der Willensakte und Handlungen. Er behauptet hinsichtlich vergangener Entscheidungen: Bei denselben äußeren und inneren Bedingungen hätte die Wirkung auch anders ausfallen können. Zukünftige Willensakte und Handlungen aber seien grundsätzlich nicht voraussagbar. Das geistige, insbesondere das Willenleben, stehe eben nicht unter Naturkausalität, hier herrsche vielmehr Freiheit im Sinne der Nichtbestimmtheit.
Der Fatalismus: Die zukünftigen Willensakte. Entscheidungen und Handlungen des Menschen sind vorherbestimmt. Er ist diesem Kausalitätsprinzip ausgeliefert, weil ihm kein Eingreifen in diese Ursache - Wirkungs- Kette möglich ist. Er ist seinem Schicksal unterworfen.
Behauptungen:
· Entweder du verunglückst oder du kommst heil an. Wenn du verunglückst, dann sind alle Vorsichtsmaßnahmen wirkungslos. Wenn du nicht verunglückst, sind sie überflüssig. Also ist es in jedem Falle sinnlos, vorsichtig zu fahren.
· Aus Erfahrung wissen wir, dass manche Dinge rein zufällig und ohne Ursache passieren. Deshalb ist der Determinismus falsch.
· Der Indeterminismus leugnet, dass es Naturkausalität gibt. Deswegen ist er unsinnig.
· Man weiß doch, dass man auch anders handeln kann, als man tatsächlich handelt, deshalb stimme ich dem Indeterminismus zu.
· Ich kann mich entscheiden, ob ich ein Taxi oder den Bus nehme, deshalb hat der Indeterminismus recht.
· Jeder Mensch ist in jedem Augenblick frei, das zu tun, was er will.
· Wenn unser Leben nicht determiniert wäre, gäbe es keine Möglichkeit zu handeln durch vorausblickendes Planen.