Curriculum für das Fach Sprache in 5 / 6, ab Schuljahr 2011/2012
- Grundsätze der Sprachförderung
- Kompetenzorientierung
- Zur Arbeit in den Fördergruppen
- 3.1. Gruppe 1
- 3.2. Gruppe 2
- 3.3. Gruppe 3
- Verbindliche Unterrichtsschwerpunkte
1 Grundsätze der Sprachförderung
Das Fach Sprache wird in Jahrgang 5/6 zweistündig unterrichtet. Dabei wird jede Klasse in drei Fördergruppen unterteilt. Die Zuweisung der SchülerInnen erfolgt auf der Grundlage eines Sprachstandstests, der innerhalb der ersten zwei Schulwochen durchgeführt wird. Fehlzuweisungen können in der Folgezeit korrigiert werden.
Im Fach Sprache unterrichten die LehrerInnen, die bereit sind, dauerhaft (d.h. nicht nur im eigenen Jahrgang) im Förderunterricht eingesetzt zu werden. Die Fachschaft Sprache steht auch LehrerInnen aus anderen Fachbereichen als Deutsch oder einer Fremdsprache offen, erwartet aber gerade von diesen eine langfristige Bindung an das Fach. Wenn irgend möglich, soll eine Lehrkraft parallel in 2 Sprachgruppen eines Jahrgangs eingesetzt werden.
In der Vertretungspraxis sollte vermieden werden, zwei oder drei Gruppen einer Klasse zusammenzulegen, da dies die Kontinuität der Förderarbeit stört. Vertretungsstunden im Fach Sprache werden insbesondere für Übungen zur Verbesserung des Hörverstehens genutzt (d.h. Vorlesen, Einsatz entsprechender CDs und Kassetten).Darüber hinaus wird in Vertretungsstunden das Leseverstehen gefördert. Die Arbeit orientiert sich hier an dem „Lernbuch Lesen“, nutzt also das hier vorhandene Textmaterial (möglichst in der hier vorgegebenen Reihenfolge). Das Fach Sprache ist eigenständig, die unterrichtliche Arbeit im Fach Sprache orientiert sich nicht am Curriculum des Faches Deutsch.
Die Förderung der Rechtschreibkompetenz ist kein explizites Ziel des Faches Sprache. Rechtschreibförderung findet lediglich in der Form statt, in der dies von jedem Fach verlangt wird. Rechtschreibunterricht in Lehrgangsform oder als Unterrichtssequenz findet im Fach Sprache also nicht statt.
Aufgrund der Erfahrung, dass viele SchülerInnen der Jahrgangsstufen 5 und 6 Probleme mit der pünktlichen und vollständigen Erledigung der Wochenplanaufgaben haben, verzichtet das Fach Sprache auf die Erteilung zusätzlicher Aufgaben.
Aufgrund des Fördercharakters kann das Fach Sprache auf schriftliche Tests verzichten. In der Fördergruppe 2 (DaZ) wird allerdings regelmäßig der Zuwachs an Wortschatz überprüft, hier sind verschiedene Verfahren möglich. Bei der Leistungsbewertung wird insbesondere der individuelle Lernfortschritt als auch auf das Engagement und die Lernbereitschaft der SchülerInnen berücksichtigt. Daher können die Sprachenoten eines Kindes auch durchaus deutlich von den Deutschnoten abweichen.
Allen SchülerInnen wird die Leselernmaschine und das Lernbuch Lesen zur Verfügung gestellt. Der Einsatz dieses Materials als Grundlage für die unterrichtliche Arbeit ist in allen Fördergruppen verbindlich. Zusätzlich stehen in der Schulbibliothek weitere Materialien zur Verfügung. Diese können dort von der jeweiligen Lehrkraft ausgeliehen werden.
Das Fach Sprache unterstützt die SchülerInnen bei der Führung eines Fach-Hefters. Gerade in der Kleingruppe und bei der Überschaubarkeit der schriftlichen Produktion können hier wichtige Hilfestellungen und Unterstützungsleistungen durch die Lehrkraft gegeben werden.
2 Kompetenzorientierung
Im Fach Sprache werden die Kompetenzen
- Hörverstehen
- Leseverstehen
- Sprechen und
- Schreiben
gefördert. Damit liegt der Schwerpunkt der unterrichtlichen Arbeit auf Vermittlung, Erweiterung und Festigung einer angemessenen, alltagstauglichen Kommunikationsfähigkeit. Hierbei darf nicht vergessen werden, dass letztendlich alle Fächer bei der Förderung dieser Kompetenzen gefordert sind.
Wichtige Bereiche der Arbeit sind außerdem die Festigung grammatischer Strukturen und die Wortschatzerweiterung.
Der Förderunterricht im Fach Sprache 5/6 orientiert sich damit an den „Empfehlungen für ein kompetenzbezogenes Curriculum“, die von der Steuergruppe „Sprache“ der BR Arnsberg 2007 entwickelt wurden.
3 Die Arbeit in den 3 Fördergruppen
3.1. Gruppe 1
In Gruppe 1 befinden sich die Schülerinnen und Schüler, die über gute bis zufriedenstellende sprachliche Kompetenzen verfügen.
Besondere Schwerpunkte der Arbeit sind daher in die Förderung von selbstständigem Bearbeiten von Texten und Aufgaben zu setzen. Auch muss das Lesen und Verfassen, Hören und Verstehen längerer Texte gefördert werden. Außerdem sind das kreative Schreiben sowie die Entwicklung von Textplanungskompetenzen wichtige Lernbereiche.
Darüber hinaus wird in dieser Gruppe das Erlangen eines umfangreichen Wortschatzes angestrebt (Vokabelheft, Cluster, Mindmaps). Dazu gehört auch die Fähigkeit, kompliziertere Wörter und auch Fremdwörter ableiten und verstehen zu können.
Unterschiedliche Präsentationsformen von Arbeitsergebnissen werden eingeübt und erprobt.
3.2. Gruppe 2
In der Gruppe 2 werden Kinder türkische Herkunft gefördert, die noch deutliche sprachliche Defizite aufweisen. Die sprachlichen Probleme treten vor allem in Bereichen auf, in denen die türkische und die deutsche Sprache divergieren. Die Arbeit in dieser Gruppe hat folgende Schwerpunkte:
Der Wortschatz beschränkt sich auf rudimentäre Lexik, Wortschatzerweiterung ist also ein wichtiges Ziel der Arbeit. Grundlage sind dabei regelmäßig geführte Wörterlisten und der kontinuierliche Aufbau einer Wortschatzkartei.
Nomen und ihre Genera, das Deklinationssystem (Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv) sowie entsprechende Satzmuster werden in jeweils unterschiedlichen Zusammenhängen immer wieder thematisiert und trainiert.
Das gleiche gilt für den Bereich der Präpositionen. Hier sind (möglichst vielseitige) Trainingseinheiten erforderlich, die an die jeweilige UE „angedockt“ sind. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Tempusbildung, besonders das Präteritum der starken Verben, diese werden auch im Bereich Wortschatzarbeit entsprechend berücksichtigt.
3.3. Gruppe 3
In dieser Gruppe finden sich einerseits Kinder deutscher Herkunft, die deutliche Defizite in ihrer sprachlichen Entwicklung zeigen. Hier kann in vielen Fällen begründet von einer „Versprachlosung“ gesprochen werden, der die Förderung begegnen will.
Dieser Gruppe werden außerdem alle Kinder zugewiesen, die weder deutscher noch türkischer Herkunft sind und deren Testergebnis unterhalb des Niveaus für Gruppe 1 liegt.
Für die Arbeit in dieser Gruppe ist es entscheidend, immer wieder erneut motivierende und möglichst wechselnde methodische Zugänge zu wählen. Erfolgserlebnisse müssen möglich gemacht werden, um die Lernbereitschaft der Schülerinnen und Schüler herauszufordern und anzuregen.
Motivierende Sprechanlässe und das regelmäßige Training des Hörverstehens sind in dieser Gruppe feste Bestandteile der Arbeit. Außerdem ist eine fortlaufende Wortschatzarbeit in den Mittelpunkt der unterrichtlichen Arbeit zu stellen. Ein altersangemessener Grundwortschatz ist zu sichern. Hierbei ist besonders auf Methodenvielfalt zu achten: Wortfelder, Wortnetze, Mind Maps, bildliche Darstellungen, Wortlisten…
Es ist darüber hinaus besonders wichtig, die Leseförderung der Grundschule fortzusetzen, denn in vielen Fällen können diese Schülerinnen und Schüler nicht altersangemessen lesen. Hierfür ist genügend Unterrichtszeit einzuplanen. Im 6. Jahrgang wird diese Gruppe im Fach Sprache bezogen auf den Vorlesewettbewerb (traditionell jeweils im Dezember) unterstützt. Dies betrifft auch die Hilfestellung bei der Entscheidung für ein altersangemessenes Jugendbuch. In diesem Zusammenhang sollen die Schulbücherei als auch die Stadtbibliothek Wanne in die Arbeit miteinbezogen und von der Gruppe am besten mehrfach genutzt werden.
4 Verbindliche Unterrichtsschwerpunkte
Für alle drei Fördergruppen sind die unten aufgeführten Unterrichtsschwerpunkte verbindlich.
Das gilt auch für die Reihenfolge der Unterrichtsinhalte.Das Leseprojekt kann auch vorgezogen werden.
Jahrgang 5
- UE 1: Arbeit mit dem Wörterbuch
- UE 2: Von der Macht des Erzählens
- UE 3: Maus und Karpfen
- UE 4: Probeschlafen der Fledermäuse
- UE 5: Ungebetene Gäste
- UE 6: Leseprojekt
Weitere Schwerpunkte:
Wortarten und ihre Funktion im Satz (dieser Lernbereich wird integriert unterrichtet), in den DaZ- Gruppen orientiert sich der Grammatikunterricht an den entsprechenden Richtlinien für DaZ.
Es wird pro Fördergruppe mindestens ein Besuch der Stadtteilbibliothek Wanne durchgeführt.
Jahrgang 6
- UE 1: Soll man Eichen weichen
- UE 2: Die drei Brüder
- UE 3: Dschonghi und der Computer
- UE 4: Ebbe und Flut
- UE 5: Leseprojekt
Der Lernbereich Satzglieder wird weitestgehend integriert unterrichtet.
Der Vorlesewettbewerb wird in angemessener Form berücksichtigt.
Zuletzt aktualisiert am Samstag, 10. März 2012 17:16


