Erste Eindrücke ...

können täuschen!
„Welcome in prison!“ So leitete Ana, meine Gastschwester, unseren ersten gemeinsamen Besuch ihrer Schule in Benidorm ein, als wird diese zwar erreicht, ....
aber noch nicht betreten hatten. Wie sich später herausstellte, war das eine gute Vorwarnung!
Wir mussten noch ein paar Minuten vor dem Schulgebäude warten, in der Zeit konnte ich mir die Schule schon mal von außen anschauen und dachte mir : „Na ja, das schönste Schulgebäude ist es wirklich nicht, aber wie ein Gefängnis siehe es auch nicht aus.“ Als dann aber das Metalltor endlich geöffnet wurde, konnte ich verstehen, warum sie ihre Schule als Gefängnis bezeichnet hatte:
Überall waren Gitter vor den Fenstern, die komplette Schule war eingemauert und mit Überwachungskameras ausgestattet. Es war schon ein Schock für mich, in einem "Gefängnis" zur Schule zugehen. Den Schülern schien das Grau - in - Grau ihrer Schule nichts auszumachen, schließlich waren ja wenigstens die Mülltonnen farbig.
Bevor ich mit in den Unterricht ging, mussten wir vor der Klassenzimmertür warten. In der Wartezeit wurden mir alle anderen Schüler von meiner Gastschwester vorgestellt. Sie waren alle sehr nett, offen (nicht so verklemmt ) und haben auch direkt versucht, Gespräche zu führen (natürlich auf Englisch).
Als dann die erste Schulstunde um war, wurden die Teilnehmer des Comeniusprojekts durch die Schule geführt, das fand ich weniger interessant, besonders weil in der Schule eh alles gleich aussah.
Für mich persönlich war es interessanter, die Menschen, die in Benidorm leben, kennen zu lernen. Ich hatte die besten Gelegenheiten, meine Gastfamilie auszufragen und zu erfahren, wie das Leben in so einer Touristenstadt ist. Ich kann nur sagen, dass sich das Leben hier in Benidorm nicht besonders von dem in Wanne-Eickel unterscheidet.
In meiner Gastfamilie war es so, dass beide Elternteile arbeiten gingen und die Kinder zur Schule. Man könnte denken, dass die jeden Abend in die Disko oder Kneipe gehen und bis Morgens feiern, besonders, wenn man in einer Stadt lebt, in der sich Kneipe neben Kneipe und und Disco neben Disco befindet. Aber da hat man falsch gedacht, es ist nicht gang und gäbe, jeden Abend feiern zu gehen. Die leben dort ganz normal, gehen vielleicht nur nicht so früh schlafen, weil sie um 22.00 Uhr noch essen. Es ist in Spanien normal, so spät zu essen, ich war es von zu Hause nicht gewohnt, deswegen war das der größte Unterschied.
Für mich als Gast hat es mir meine Gastfamilie aber dennoch möglich gemacht, das Nachtleben von Benidorm kennenzulernen. Sie erlaubten Ana, dafür mal länger draußen zu bleiben, und sie zeigte mir zusammen mit ihren Freunden und den anderen Austauschschülern das Nachtleben.
Natürlich waren wir nicht nur nachts unterwegs und haben Party gemacht, sondern mussten auch zeigen, was wir Deutsche denn "so drauf" haben; wir hatten nämlich den Auftrag, unsere Schule und unser Land so gut wie möglich zu präsentieren.
Um diesen „Auftrag“ durchzuführen, wurde in der Schule eine kleine Kunstausstellung veranstaltet. Hier wurden Bilder, die von spanischen, italienischen und deutschen Schülern gemalt worden waren, gezeigt. Wir präsentierten Infoplakate über unsere Schule und unsere Gegend. Bei einer Power-Point-Präsentation konnten die Schüler die Graffitikunst unserer Schule und des Ruhrgebietes kennenlernen. Die Gratispostkarten von den Graffitis waren heiß begehrt. Außerdem sorgte eine Postkartenaustauschaktion für Spaß bei den spanischen Schülern. Sie bekamen selbstgestaltete Karten von unseren Schülern, die sie begeistert beantworteten. So wurden neue Kontakte zwischen spanischen und deutschen Schülern geknüpft, was auch Sinn und Ziel des Projektes ist.
Links die Siegerpostkarte von Kasia Simmt.
Der „krönende Abschluss“ des Aufenthaltes war das Konzert, bei dem alle Länder, die am Comeniusprojekt teilnehmen, ihr musikalisches Können zeigen konnten und auch Stücke gemeinsam aufführten. Dieses Konzert war ein voller Erfolg.
Das Video, das ein Comenius - Projekt - Teilnehmer aus Spanien auf YouTube online gestellt hat, zeigt zwei unserer Lehrer, Gregor Beckemeier und Wolfhard Hupperts, beim gemeinsamen Musizieren mit anderen Lehrern von Schulen, die am Comenius - Projekt teilnehmen.
Ich finde es nicht nur wichtig, seine Schule und sein Land gut zu präsentieren, sondern auch, Kontakt zu anderen Schülern in anderen Ländern zu knüpfen. Ich habe davon ausgiebig Gebrauch gemacht und bis jetzt halten die Kontakte auch noch. Ich denke, dass ich noch mal nach Benidorm fliege, um mal nur am Strand herum zu liegen.
Eine gute Sache hat das Comeniusprojekt noch gebracht:
Man kann immer auf ein freies Bett in Benidorm zählen, das nichts kostet
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Ein Bericht von Henrike Sakowski über den Aufenthalt der "Comenius - Gruppe" in Benidorm (19.-23. Mai).
Hier noch eine Diashow mit Fotos vom Aufenthalt in Spanien (Fotos von Sabine Gille):
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 07. März 2012 21:30


